Grondsazprogramm

Grundsatzprogramm der
Jeunesses Socialistes Luxembourgeoises (JSL)

Angenommen auf dem Ordentlichen Kongress der JSL am 19. März 2011 in Luxemburg-Limpertsberg

Die Jungsozialisten (Jeunesses Socialistes Luxembourgeoises, kurz JSL) bekennen sich zu den Werten des Sozialismus und setzen sich für eine gerechte und solidarische Gesellschaft ein, in der jeder Mensch sein Leben frei gestalten kann. So bilden die Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität die Basis und das Ziel unseres politischen Handelns. Wir Jungsozialisten wollen nicht einfach hinnehmen, dass über unsere Zukunft entschieden wird, ohne uns zu fragen. Gemäß den demokratischen Prinzipien möchten wir mitreden und mitgestalten. Solidarität bedeutet für uns sowohl Verantwortung jedes Einzelnen in der Gesellschaft, wie auch das Recht für Alle auf ein soziales Sicherungssystem, um ein menschenwürdiges Leben zu führen.

Die JSL setzen sich für eine Gesellschaft ein, in der jeder die gleichen Chancen hat, in Frieden leben darf, die eigene Freiheit genießen und an der Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft mitwirken kann. Deshalb unterstützen die JSL als linke Bewegung die Emanzipation von Minderheiten. So verstehen sich die Jusos in der Tradition der Arbeiterbewegungen des 19ten und 20ten Jahrhunderts, in dem sie sich für die Rechte derer einsetzt, die sich in der Gesellschaft nicht frei entfalten können, benachteiligt und unterdrückt werden oder in irgendeinem Abhängigkeitsverhältnis leben. Daher befürworten die JSL einen starken Staat, der aktiv die Chancengleichheit aller unterstützt und das Allgemeinwohl garantiert. Weiterhin erkennen die Jusos den ideologisch neutralen Staat als einzige mit den demokratischen Werten kompatible Staatsform an, in der die freie Meinungsäußerung eine der wichtigsten Errungenschaften darstellt. In Luxemburg stellen die engen Verflechtungen zwischen Staat und katholischer Kirche eine erhebliche Bedrohung der Freiheit eines jeden Einzelnen dar. Die Trennung von Staat und Kirche ist deshalb eine der obersten Prioritäten der JSL.

Für eine Schule, die auf die Welt von Morgen vorbereitet

In unserer Gesellschaft ist Bildung einer der Grundfaktoren in der Entwicklung eines Menschen. Die JSL setzen deshalb kompromisslos auf ein staatliches und kostenloses Bildungswesen. Jegliche Ausgrenzung eines Menschen von der bestmöglichen Ausbildung, beeinträchtigt nicht nur dessen eigene zukünftige Lebensqualität, sondern schadet auch der gesamten Gesellschaft. Jeder soll ein Diplom erhalten können, das seinen Fähigkeiten, seinem Können und seinem Wissen entspricht. Unser Schulsystem muss zur Entfaltung der Persönlichkeit eines jeden Schülers beitragen, indem es ein Lern- und Lebensklima fördert, das an die Schüler angepasst ist. Jedoch gilt es auch eine Ausbildung zu ermöglichen, die auf das spätere Berufsleben und Studium genügend vorbereitet. Eine solide Ausbildung kann den Start in den Arbeitsmarkt erleichtern. Die Schule muss auch den Schülern ermöglichen, sich in der heutigen Welt zurechtzufinden. Der Zugang zur Allgemeinbildung und zur Kultur muss allen gewährleistet sein.

Das staatliche Bildungssystem muss sowohl infrastrukturell, wie auch pädagogisch, auf dem bestmöglichen Niveau sein. Ideologische Neutralität ist ein Grundpfeiler in der Ausbildung in einer Demokratie. Keine politische Strömung und keine religiöse Philosophie darf eine privilegierte Position im Bildungswesen genießen. Deshalb gehört der Religionsunterricht nicht in die Schule. Dies soll aber nicht verhindern, dass objektiv und sachlich über die existierenden politischen Richtungen und Religionen informiert wird. Ein einheitlicher und neutraler Werteunterricht, der die Schüler in die demokratische Funktionsweise unserer Gesellschaft einführt und zur politischen Bildung beiträgt, ist längst überfällig. In diesem Zusammenhang fordern die Jusos einen kritischen Umgang mit den Medien anzuregen. Sowohl eine verantwortungsvolle Benutzung, wie auch die Deutung und Interpretation von Medieninhalten müssen auch in der Schule thematisiert werden. Das demokratische Gesellschaftssystem erfordert, dass auch auf Schulebene alle Beteiligten aktiv in die Entscheidungsprozesse mit eingebunden werden und deshalb gilt es den Dialog zwischen Schülern und Studenten mit der Schul- bzw. Universitätsdirektion und Ministerien zu unterstützen und gesetzlich zu regeln.

Die JSL unterstützen die Idee der Ganztagsschulen und –betreuungsmodellen. Solche Einrichtungen sind heute unabkömmlich in einer Gesellschaft, in der  oft beide Elternteile berufstätig sind. Ganztagsschulen sind darüber hinaus auch eine Möglichkeit, um soziale Kontakte mit Gleichaltrigen aus anderen sozialen Milieus zu fördern. Die Schulen müssen sich in Zukunft noch stärker als bisher dadurch auszeichnen, soziale Unterschiede in der Gesellschaft abzubauen. Für die Jusos bildet  eine adäquate Ausbildung der bestmögliche Weg zum sozialen Aufstieg.

Die Jungsozialisten unterstützen pädagogisch innovative Lernmodelle und die Ausweitung des Projektunterrichts. Der Unterricht nach Kompetenzen erlaubt es, jeden einzelnen Schüler gezielter zu fördern und ermöglicht ein positiveres Bewertungssystem, in dem die Schüler nicht nach ihren Fehlern, sondern nach ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten bewertet werden.

Viele Schüler verlassen heute die Schule ohne Abschluss. Den Schulabbrechern muss effektiver geholfen werden. Ihre Probleme müssen frühzeitig erkannt werden, um eine angepasste Unterstützung anzubieten. Darüber hinaus fordern die Jungsozialisten die Ausweitung der Möglichkeiten, einen Schulabschluss nachzuholen. Non-formale Bildung und Berufserfahrung müssen stärker anerkannt werden. Die Mehrsprachigkeit des luxemburgischen Schulsystems ist eine Tugend, die es zu bewahren und effizienter zu gestalten gilt. Jedoch darf dies nicht zur Ausgrenzung von Schülern führen, die eine der Landesprachen nicht so gut beherrschen.

Die Jusos haben sich schon immer für den Aufbau einer Universität in Luxemburg stark gemacht und halten an ihrer Forderung fest, dass die Universität den Anforderungen und Ansprüchen der heranwachsenden Generationen Rechnung trägt und keine finanzielle Hürde den Zugang erschweren darf. Weiterhin muss den Studenten eine ausreichende staatliche finanzielle Unterstützung gewährleistet werden, um ihnen eine Ausbildung in würdigen Lebensbedingungen zu ermöglichen. Auch gilt es genügend bezahlbaren Wohnraum für Studierenden zu schaffen.

Eine Soziale Marktwirtschaft zum Wohl aller Menschen

Für die Jungsozialisten hat die soziale Marktwirtschaft dem Menschen zu dienen und nicht umgekehrt. Deshalb setzen die JSL sich für eine starke staatliche Regulierung der Wirtschaft ein, die das Allgemeinwohl der ganzen Gesellschaft gewährleistet und nicht einigen wenigen Partikularinteressen dient. Den wilden Spekulationen an den Börsen muss Einhalt geboten werden. Spekulanten, die auf Kosten der Arbeitsplätze anderer Geld verdienen, sind von einem ethischen Standpunkt her Kriminelle. Menschliche Existenzen dürfen nicht Objekt eines kommerziellen Handels sein. Es gilt auf internationaler Ebene Mechanismen und Schutzwälle aufzubauen (z.B. Einführung einer Finanztransaktionssteuer), um die Spekulation in Grenzen zu halten. Die JSL widersetzen sich weiterhin der willkürlichen Privatisierung der öffentlichen Dienstleistungen und verteidigen den starken Staat, der die Freiheiten und Grenzen der Wirtschaft klar definiert. Darüber hinaus, halten die Jusos am gesetzlichen Mindestlohn fest, sowie am staatlichen Arbeitslosengeld und an der Indexierung der Löhne. Um den Zusammenhalt der Gesellschaft zu gewährleisten und den Graben zwischen Arm und Reich abzubauen, muss eine effiziente Steuerpolitik, das Umverteilen des Reichtums von oben nach unten ermöglichen. Breite Schultern können mehr tragen als schmale.

Die JSL setzen auf eine aktive Politik, die nicht nur dem Bankensektor zu Gute kommt, sondern auf die Diversifikation der Wirtschaft zielt. Innovation, Forschung und die Vereinfachung der administrativen Prozeduren für Unternehmer, müssen Luxemburg als wirtschaftliches Zentrum der Großregion langfristig absichern. Die Globalisierung der Weltwirtschaft muss als Chance angesehen werden, die ökonomische Lage der Entwicklungsländer zu verbessern. Die Regierungen müssen sich jedoch dem Abwärtsstrudel im Wettbewerb der Standorte widersetzen und Schutzmechanismen für Arbeitnehmer einführen, ohne dabei aber makro- und mikroökonomische Notwendigkeiten aus dem Auge zu verlieren. Daher erkennen die Jusos den Sozialdialog an, als Garant für den sozialen Frieden und als Basis der sozialen Gerechtigkeit. Der effektive Schutz der Arbeitnehmer soll durch starke Gewerkschaften gewährleistet werden. Der Sozialdialog darf jedoch nicht nur auf nationaler Ebene zwischen Gewerkschaften, Patronat und Regierung geführt werden, sondern muss auch in jedem einzelnen Betrieb gefördert werden, um so nicht nur den Schutz der Arbeitnehmer sondern auch die Leistungsfähigkeit des Betriebes, durch die Mitbestimmung der Arbeitnehmer zu verbessern.

Die JSL fordern darüber hinaus eine aktive Beschäftigungspolitik, insbesondere für junge Menschen, die es in der heutigen Zeit schwerer haben, einen festen und abgesicherten Arbeitsplatz zu finden. Die Jusos widersetzen sich der Ausbeutung junger Arbeitskräfte, durch schlecht oder gar nicht bezahlte Arbeitsverhältnisse. Die Politik muss hier eingreifen, um die feste Einstellung junger Arbeitnehmer in einem geregelten Arbeitsverhältnis zu garantieren.

Arbeitssuchende, die keine Qualifikation aufweisen oder deren Qualifikation in der Wirtschaft nicht mehr gebraucht wird, müssen durch aktive Beteiligung des Arbeitsamtes, die Möglichkeit zu einer qualitativ hochwertigen Weiterbildung erhalten. Generell sollte das Lifelong Learning gefördert werden, um so jedem Einzelnen zu ermöglichen, sich jederzeit beruflich neu zu orientieren.

Solidarität in Europa und in der Welt

Die JSL verstehen sich als europafreundliche Bewegung. Die europäische Integration hat in Europa seit den fünfziger Jahren den Frieden gefestigt. Jedoch hat die Europäische Union (EU) heute eine viel größere politische und ökonomische Bedeutung. Um in der globalisierten Welt politisch Bestand zu haben, müssen die europäischen Staaten stärker zusammenarbeiten. So gilt es die europäische Integration weiter zu vertiefen, sowohl politisch als auch geografisch. EU-Mitglied zu sein bedeutet für die Jungsozialisten nicht nur die Bereitschaft in ökonomischen Fragen stärker zusammenzuarbeiten, sondern vor allem, den Respekt der Demokratie und der Menschenrechte zu bewahren. In einer Zeit, wo die Stigmatisierung verschiedener Bevölkerungsgruppen sowie der Fremdenhass zunehmen, muss die Europäische Kommission noch stärker auf den Respekt der Charta der Grundrechte achten, sowohl in als auch außerhalb der Union.

Die Jusos fordern weiterhin Engagement von der EU in sozialen Fragen. Es gilt die Funktionsweise der EU zu demokratisieren und die Bürger viel stärker als bisher einzubinden. Die Rolle des europäischen Parlamentes muss ausgebaut werden, sowie mehr Ansprechmöglichkeiten für die europäischen Bürger geschaffen werden. Direkte Wahlen und bürgernahe Verwaltungsapparate sind in der Zukunft notwendig, um die Weiterentwicklung der Europäischen Union nicht zu gefährden. Um die Bedeutung der Europawahlen zu unterstreichen, sollten diese in Zukunft nicht mehr am selben Tag wie die luxemburgischen Legislativwahlen abgehalten werden. Die Bewegungsfreiheit der Bürger innerhalb der EU muss ihnen auch das Recht geben an ihrem Wohnort an den Wahlen aktiv teilnehmen zu können. Genauso müssen Symbole einer gemeinsamen europäischen Staatsbürgerschaft weiter gefördert und die Geschichte der europäischen Integration und Funktionsweise der EU-Institutionen in den Schulen unterrichtet werden. Besonders sollt die Einführung eines gemeinsamen europäischen Feiertages am 9. Mai berücksichtigt werden. Die Großregion sollte weiterhin genutzt werden, um eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit in allen Bereichen voranzutreiben. Luxemburg als regionale Metropole die viele Grenzgänger anzieht, muss Verantwortung gegenüber seinen Nachbarn übernehmen.

Darüber hinaus hat die EU eine wichtige Rolle in der Welt wahrzunehmen, insbesondere in der Vermeidung von bewaffneten internationalen Konflikten. Militärische Gewalt darf nur im Verteidigungsfall angewendet werden. Der UNO kommt somit eine wichtige Rolle in der Bewahrung des internationalen Friedens zu, und sollte deshalb von den Staaten unterstützt werden. Daneben gilt es auch die NATO zu reformieren.

In den Augen der Jungsozialisten verpflichtet der Wohlstand unseres Landes dazu, die Armut und das Leid in der Welt zu bekämpfen. Die JSL fordern eine stärkere Solidarität der Industrieländer mit den Entwicklungsländern. Die Globalisierung darf nicht auf Kosten der Ärmsten in der Welt vorangetrieben werden, sondern muss den Entwicklungsländern ermöglichen, ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

Freie Entfaltung in einer toleranten und Gerechten Gesellschaft

Die JSL stehen für eine Gesellschaft, die aktiv jede Art von Diskriminierungen bekämpft. In einem demokratischen Staat muss jeder Mensch nach seinen eigenen Vorstellungen leben können, ohne gesetzliche Hürden in den Weg gestellt zu bekommen. Solange man keinem Mitbürger schadet, gibt es keinen Grund Verbote zu erteilen. Keiner hat das Recht seine eigenen Moralvorstellungen anderen Menschen aufzudrängen. Toleranz, Gleichheit, Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität sind Grundwerte, die es als sozialistische Jugendorganisation zu verteidigen gilt.

Menschen in sozialer Not muss von der Gesellschaft geholfen werden. Die JSL setzen deshalb auf den Ausbau der staatlichen Hilfen für sozial schwache Menschen und Familien. Aber auch in anderen Bereichen muss der Staat im Interesse der Bürger eingreifen. So hat jeder Mensch Anspruch auf bezahlbaren Wohnraum, der eine existenzielle Bedingung für die eigenständige Lebensplanung darstellt. Ein Eigenheim darf in Luxemburg nicht zu einem Luxus für wenige Besserverdienende werden. Es gilt daher endlich die Politik in diesem Bereich langfristig zu planen, um den zukünftigen Generationen den Zugang zu einem Eigenheim zu ermöglichen.

Die Jusos widersetzen sich einer Zwei-Klassen-Medizin, da die finanzielle Lage einer Person nicht über die ihr zustehende Pflege und Hilfe bestimmen darf. Die Jungsozialisten setzen auf eine staatliche Krankenversicherung, die sich durch proportionale Beiträge und staatliche Subventionen finanziert. Genauso glauben die JSL an die intergenerative Solidarität in der Finanzierung der Altersvorsorge. Aufgrund der demografischen und wirtschaftlichen Entwicklung, gilt es unser Pensionssystem auch für die kommenden Generationen abzusichern. Das Abrutschen in eine Altersarmut ist für die Jusos unannehmbar.

Toleranz bedeutet für die Jusos, andere Kulturen und Lebensweisen zu respektieren. Die JSL machen sich stark für die Integration nicht-luxemburgischer Mitbürger in unserer Gesellschaft und fordern daher, die gleichen Rechte für alle in Luxemburg lebenden Menschen, auch in Bezug auf das aktive und passive Wahlrecht. Integration und Toleranz beruhen für die Jungsozialisten auf dem Respekt der gemeinsamen Regeln die sich die Gesellschaft gibt. Diskriminierungen sind bedauerlicherweise noch immer keine Ausnahme im 21. Jahrhundert. Die JSL widersetzen sich jeglicher Art von Gewalt, egal ob physisch oder psychisch. Kein Mensch darf aufgrund seines Geschlechtes, seiner sozialen Herkunft, seiner Nationalität, seiner Hautfarbe, einer Behinderung oder seiner sexuellen Orientierung ausgegrenzt werden. Auch gleichgeschlechtliche Paare müssen die Möglichkeit erhalten, zu heiraten und Kinder zu adoptieren. Die JSL kämpfen für eine Welt, in der die Gleichstellung aller Menschen eine Selbstverständlichkeit ist. Freie Lebensgestaltung bedeutet für die Jusos auch, dass eine Frau frei wählen darf, ob und wann sie ein Kind bekommen möchte. Der freie Zugang zu Verhütungsmitteln muss garantiert sein, sowie auch die Möglichkeit zum freiwilligen Schwangerschaftsabbruch gesetzlich anerkannt und geregelt sein muss. Im Sinne einer modernen Erziehung fordern die Jusos die Einführung von Sexualkunde im Unterricht.

Auch in unserer modernen Gesellschaft ist der Kampf für die Gleichstellung von Frau und Mann nicht beendet. Obwohl Frauen heutzutage formal die gleichen Rechte wie Männer haben, sind Frauen und Männer nicht immer in allen Bereichen und Lebenslagen gleichgestellt. Die alte Rollenverteilung ist noch nicht überwunden. Besonders in der Berufswelt müssen sowohl die Arbeitgeber, als auch die Politiker einen Rahmen schaffen, der es Frauen wie Männern erlaubt, ihr Familienleben mit dem Beruf zu vereinbaren. Ziel ist die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in allen Bereichen unserer Gesellschaft. So ist die Rolle des Staates zentral in der Bekämpfung der Lohndifferenzen in der Arbeitswelt und in der Unterbindung aller Formen von Diskriminierung.

Des Weiteren wehren sich die JSL gegen einen Überwachungsstaat. Eingriffe der staatlichen Gewalt in die Freiheiten des Menschen dürfen nur dort angewendet werden, wo es zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit unumgänglich ist. Die Jusos treten dafür ein, dass die wahren sozialen Ursachen der Kriminalität erforscht und bekämpft werden. Die beste Kriminalpolitik ist und bleibt immer noch eine gute Sozialpolitik. Eingriffe ins Privatleben der Bürger schaden unserer Demokratie. Der gläserne Bürger darf nie Realität werden. Die Jusos unterstützen eine unabhängige Justiz die die Gleichstellung aller Bürger vor dem Gesetzt gewährleistet.

Auch sind die Jungsozialisten der Meinung, dass Drogenabhängige als Kranke anerkannt werden sollten, denen geholfen werden muss anstatt sie zu diskriminieren. Der Staat muss Drogenabhängigen eine adäquate Alternative zu ihrem Konsum bieten. Um Jugendliche zu schützen, setzen die JSL auf Prävention und fordern, dass umfangreich über die Gefahren des Drogen-, Alkohol- und Tabakkonsums informiert wird.

Die Jugend im Zentrum unserer Politischen Aktion

Die Jugend von heute wird die Gesellschaft von morgen prägen. Als Jugendlicher ist es jedoch oft schwer, als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft anerkannt zu werden. Die steigende Lebenserwartung führt zur Unterdrückung der Forderungen und Wünsche von jungen Menschen. Das Ziel der Jugendpolitik muss also darin bestehen, der jungen Generation zu erlauben, selbstständig und eigenverantwortlich zu handeln, Pflichten zu übernehmen, Rechte wahrzunehmen und einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Um den Bedürfnissen der heranwachsenden Generation im politischen Alltag mehr Gewicht zu geben, fordern die JSL die Einführung des Wahlrechts ab 16 Jahren, gekoppelt an eine frühe Einführung des Bürgerkundeunterrichts in der Schule. Jugendliche sollen mitbestimmen dürfen, da die Politik auch ihr Leben bestimmt.

Seit jeher haben die Jusos sich für die Schaffung politischer Organe auf kommunaler und nationaler Ebene eingesetzt, die es den Jugendlichen ermöglichen, auf politische Fragen Einfluss zu nehmen. Deshalb müssen Projekte wie das Jugendparlament, weitergeführt und ausgebaut werden, um der Jugend ein reales Mitspracherecht an den politischen Entscheidungen zu geben. Auch müssen Strukturen wie Jugendhäuser und –zentren auf lokaler und regionaler Ebene errichtet und ausgebaut werden. Außerdem sollten die Gemeinden den jungen Bürgern so genannte „espaces créatifs“ zur Verfügung stellen, damit sie einen Raum haben, um ihre Talente und Kreativität zum Ausdruck zu bringen.

Ein weiterer Bestandteil der Jugendpolitik ist die Jugendhilfe, die junge Menschen in ihrer Entwicklung unterstützt und schützt, ihnen Perspektiven aufzeigt und ihre Selbstständigkeit stärken soll. Die finanzielle und soziale Situation der Familie darf kein Stolperstein zur Integration in die Gesellschaft darstellen. Deshalb ist es Aufgabe der Politik, einen Rahmen zu schaffen, der den Jugendlichen erlaubt in einer gewissen Selbstständigkeit ihr Leben zu gestalten.

Für eine Welt der Nachhaltigkeit

Eine gesunde Umwelt ist für angenehme Lebensbedingungen unverzichtbar. Die Zukunft unseres Planeten abzusichern, heißt für die Jusos vor allem, die Zukunft der Menschheit zu verbessern. Es gilt das Umweltbewusstsein in allen sozialen Milieus der Gesellschaft zu stärken.

Deshalb fordern die JSL verstärkt die Einführung von industriellen Standards und Mechanismen zur Schadstoffregulierung, um die Abfälle der Industrialisierung zu vermindern. Recycling darf kein Fremdwort mehr sein. Energiegewinnung und Landesplanung müssen vorerst unter umweltpolitischen Gesichtspunkten realisiert werden. Der Ausbau von erneuerbaren Energien, besonders in kleinen, dezentralen Anlagen, muss unsere Energieabhängigkeit vom Ausland vermindern. Wasserkraftwerke, Windräder oder Biogasanlagen zur Strom- oder Hitzegewinnung sollten gefördert werden. So gilt es den Energieverbrauch zu drosseln, indem schadstoffarme Autos und industrielle Anlagen gefördert werden und die Isolation der Gebäude verbessert wird. Hier sollte besonders auf die Sozialverträglichkeit solcher Maßnahmen geachtet werden, damit auch finanziell schlechter gestellte Haushalte davon profitieren können.

Auch muss der öffentliche Transport so ausgebaut werden, dass er als günstige und effiziente Alternative zum Individualtransport wahrgenommen werden kann. In Fragen des öffentlichen Nahverkehrs bestimmt oft das Angebot die Nachfrage, und nicht umgekehrt. So müssen, im ganzen Land, nachhaltige und effiziente Verkehrskonzepte umgesetzt werden, besonders für den Zugang zu den Ballungsgebieten. Grenzüberschreitende Projekte müssen umgesetzt werden, damit den Arbeitnehmern aus der Großregion der Zugang zu ihrem Arbeitsplatz vereinfacht wird. Im Sinne der Jungsozialisten kann dies nur durch eine starke öffentliche Hand getragen werden.

Weiterhin setzen die Jusos auf Grünanlagen in Städten und Dörfern. Hier gilt es besonders auf die Renaturierung der Umwelt zu achten. Um ein gesundes Gleichgewicht in der Natur zu gewährleisten, gilt es die Biodiversität zu erhalten. Naturnahe Landwirtschaft und die lokale Produktion müssen unterstützt und Biolabels mit klaren und einheitlichen Vergabekriterien ausgebaut werden. So muss der Staat eingreifen, um jedem den Zugang zu gesunden Lebensmitteln zu ermöglichen – Bioprodukte dürfen nicht nur den Reichsten in der Gesellschaft zugutekommen.

Die politischen Funktionen der JSL in der LSAP

Als politische Jugendorganisation müssen die JSL vor allem darauf bedacht sein, Jugendliche an die Politik heranzuführen, und ihnen eine Plattform anzubieten, wo sie sich frei von allen Zwängen mit gesellschaftlichen Fragen und Herausforderungen auseinandersetzen können. Die Jusos setzen auf einfache und effiziente Kommunikationskanäle, um junge Menschen gezielt anzusprechen, sei es durch öffentliche Aktionen oder Benutzung von neuen Kommunikationsmitteln. Politische Bildung ist eine der wichtigen Aufgaben, die sich die JSL zum Ziel setzen.

Die Jungsozialisten sind eine autonome Unterorganisation der LSAP, und verpflichten sich auch als solche in der Öffentlichkeit aufzutreten. Dies bedeutet aber keineswegs, dass sie die politischen Forderungen und Aussagen ihrer Mutterpartei kritiklos übernehmen. Die JSL legen großen Wert auf die ihnen in den Statuten der LSAP zugesicherte Autonomie, respektieren aber ohne Einschränkungen die sozialistischen Grundwerte, wie sie sowohl aus dem Grundsatzprogramm der LSAP, wie auch aus den Grundprinzipien der verschiedenen internationalen sozialistischen Organisationen, in denen die JSL und/oder die LSAP Mitglied sind, hervorgehen. Im Respekt dieser Grundsätze gestehen sich die Jusos das Recht zu, in verschiedenen politischen Fragen gelegentlich zu einer differenzierteren, oder gar entgegengesetzten Schlussfolgerung, als die der LSAP, zu kommen. Die Jusos sorgen dafür, dass der Jugend der ihr zustehender Platz in den Entscheidungsprozessen der Partei zukommt, und setzen somit auf ein kooperatives und offenes Verhältnis mit der Parteiführung. Als politische Jugendorganisation haben sie die Pflicht, den jungen Menschen den Einstieg in die Politik und ins Parteileben zu erleichtern und die Verantwortung, ihre Mitglieder in die Arbeit der verschiedenen Parteiorgane einzuführen. Die Jungsozialisten sind somit einer der Grundpfeiler zur Sicherung des politischen Fortbestandes ihrer Mutterpartei.