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Georges Sold: mehr Marx als Tony Blair

Georges Sold, seit einem Jahr Vorsitzender der „Jonk Sozialiste Lëtzebuerg“

Geboren wurde Georges Sold vor 27 Jahren in Esch/Alzette. Dort hat er auch sein Abitur im „Lycée de garçons“ absolviert. Aufgewachsen ist er aber in Düdelingen, wo er mit 16 Jahren begann, sich politisch zu engagieren. Seine Motivation hatte familiäre Gründe, wie der Enkel des früheren Editpress-Generaldirektors Alvin Sold erzählt: „Bei jedem Familientreffen wurde bei uns über Politik diskutiert. Die eine Hälfte der Familie kommt eher aus dem LSAP-Lager, die andere Hälfte bevorzugt die CSV. (Copyright: Tageblatt)

Weider liesen…

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Die Sozialdemokratie steckt europaweit in der Krise. Auch in Luxemburg musste die LSAP in den vergangenen Jahren eine Wahlschlappe nach der anderen hinnehmen. Im Interview sprechen Georges Sold (27) und Amir Vesali (23), Präsident und Generalsekretär der Jugendorganisation „Jonk Sozialiste Lëtzebuerg“ (JSL), über das Nachwuchsproblem ihrer Mutterpartei und erklären, weshalb die Grünen „eigentlich alles richtig machen“, sie sich trotzdem bei den Sozialdemokraten engagieren und sich gerade deshalb mehr Unterstützung von der Parteileitung wünschen.

Tageblatt: In einer Pressemitteilung hat die JSL vergangene Woche gefordert, dass die Regierung ein Referendum in Erwägung ziehen sollte, in dem den Bürgern die Wahl gelassen wird, ob sie Teil einer konstitutionellen Monarchie bleiben oder sich einer demokratischen Republik öffnen wollen. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Amir Vesali: Nach der Analyse des Waringo-Berichts haben wir entschieden, dass es in unserer heutigen modernen Gesellschaft durchaus angebracht ist, die Bürger um ihre Meinung zu fragen. Wir wissen, dass viele Menschen sich noch zur Monarchie bekennen, doch das ändert nichts daran, dass die Frage nach Monarchie oder Republik berechtigt ist. Wir wollten damit nicht um jeden Preis die Republik durchsetzen, sondern der Bevölkerung den Puls fühlen.

Georges Sold: Es war von Beginn an abzusehen, dass die Monarchie mit Samthandschuhen angefasst werden würde. Kurz nach Veröffentlichung des Waringo-Berichts war der richtige Moment, um solch einen Vorstoß zu wagen.

Die Mutterpartei scheint sich uneins zu sein, was sie von dieser Forderung halten soll. War die Mitteilung mit der Parteileitung abgesprochen?

G.S.: Nein, wir sind eine unabhängige Unterorganisation der LSAP und äußern unsere freie Meinung. Wir halten nur selten Rücksprache mit der Partei.

Hat die Parteileitung Sie wegen dieses Vorstoßes kritisiert?

G.S.: Überhaupt nicht. Es liegt aber wohl daran, dass viele Sozialisten keine großen Monarchisten sind.

A.V.: Einige hatten sich wohl von unserer Mitteilung distanziert und darauf hingewiesen, dass das nicht im Koalitionsabkommen steht. Wir wollten aber lediglich eine Prinzipienfrage stellen. Ich glaube, es wäre auch nicht angebracht gewesen, wenn die LSAP sich komplett gegen unseren Vorschlag gestellt hätte.

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